In Roppen wurde schon immer gerne gesungen

Ein Blick zurück in die Chronik des Männerchores
( Auszug aus der Musikchronik, Schulchronik, Dorfchronik )

In unserem Dorfe lebten, wie überall in Tirol, seit alters her musik-und sangesfreudige Menschen. Bei Bräuchen, die sich im Jahresablauf aneinanderreihten oder bei besonderen Festen, die sich im Dorfgeschehen oder im Familienleben ereigneten, spielten Lieder und die Begleitinstrumente eine führende Rolle. Raffele, Hackbrett, Harfe, Zither, Geige und Mundharmonika („Fotzhobel“) unterhielten die Tänzer. Orgel, Trompeten, Hörner, Holzblasinstrumente und Pauken gaben in der Kirche dem Gottesdienst ein feierliches Gepräge.
Wenn auch die Musik von Roppen –gegründet im Jahre 1835 - in gewissen Epochen auf schwachen Füßen stand, so kann ohne Überhebung gesagt werden, dass sie vielen anderen Musikkapellen eines voraus hatte: Es war nämlich schon seit Anfang ihres Bestehens in die Musikkapelle ein Männerchor eingebaut, der sich überall hören lassen konnte.


Es ist wohl eine seltene Tatsache, dass dieser Chor in einer so kleinen Gemeinde nie untergegangen ist, während die Musikkapelle einige Male,wenn nicht gerade aufgelöst, so doch etwa 2 bis 3 Jahre in einen „Winterschlaf“ verfiel. Die Sänger hatten das große Glück, dass sie immer wieder neuen Nachwuchs an jenen Stimmen erhielten, die gerade zur Erstellung eines guten Männerchores notwendig sind, nämlich erste Tenöre und zweite Bässe. Letztere stellte vorwiegend die Familie Huber (Rumls).Da waren die 2 Brüder Josef Huber (Rumls Söpp)und Anton Huber (Rumls Tondl),letzterer ein „Universalmensch“ von Riesengröße und prächtigem Wuchs. Durch sein gewinnendes Äußeres und seinen sprühenden Witz eroberte er sich die Zuneigung seiner Mitmenschen und besonders seiner Sangesbrüder. Er war ein guter Volksschullehrer, Kunsttischler und Gitarrenbauer. Er verunglückte im Jahre 1884 auf dem Heimweg vom „Lichtmessmarkt“ in Imst tödlich. Sein Bruder hatte vier Söhne, die hervorragende Basssänger waren. Der älteste namens Anselm starb mit 26 Jahren, der jüngste, Josef, erreichte ein Alter von 93 Jahren. Bei seiner 90 jährigen Geburtstagsfeier im Jahre 1942 sang er noch wacker mit. Das war der berühmte „Rumls Söpp“, ein Bassist, der heute noch weit über die Bezirksgrenze hinaus vielen alten Leuten in Erinnerung ist. Goldener Humor, Gemütlichkeit und Mutterwitz waren bei ihm zu Hause. Wenn er aber seinen Bass erklingen ließ, dann wirkte seine fast unergründlich tiefe Stimme wie das Pedal einer Orgel.Er starb im Jahre 1945. Ein Original der Roppener Sänger sank mit ihm ins Grab.

Die Tenöre stellte vorwiegend das Geschlecht der „Klausler“ (Köll).Vier Brüder waren Tenorsänger und Musikanten, nämlich Johann, Karl, Josef und Leonhard. Johann (Klausls Hansl) war der Vater des Oberlehrers Alois Köll. Er war 40 Jahre 1. Tenorsänger und ebenso lang 1. Flügelhornist. Alle seine Söhne waren ebenfalls Tenorsänger. Klaus, der zweitälteste, war stimmlich jedenfalls der Beste. Obermedizinalrat Dr. Peter Paul Pfausler, Mitbegründer der Nervenheilanstalt Valduna, der selbst ein begeisterter Sänger war, nahm ihn eines Tages mit nach Wien, in der Absicht, ihn zum Opernsänger ausbilden zu lassen. Die Herren im Konservatorium staunten über das herrliche Stimmmaterial des jungen Roppners, aber den guten Klaus zog es vor lauter Heimweh wieder nach Tirol zurück. Er lebte dann in Vorarlberg und wurde Mitglied des Kirchenchores und der Liedertafel Feldkirch. Seine größte Freude aber fand er im Quartettsingen, getreu seinem Grundsatz: Es sollen nie mehr sein, als auf einem Tischchen Platz haben! Einer seiner Brüder, Johann, gestorben als Consiliarius und Pfarrer von Thaur war in seiner Studienzeit Domchorsänger in Brixen . Von ihm stammt die schönste Sammlung jener Lieder, die heute noch einen Hauptteil des Repertoires der Roppener Sänger bildet. Ein Vetter und Mitschüler von ihm, Schulrat Josef Falkner („Falkners Herr“) Katechet in Innsbruck, studierte ebenfalls in Brixen, wo beide mit  dem Chorleiter und Komponisten Ignaz Mitterer befreundet waren. Auch von ihm stammt eine schöne Sammlung von Liedern, die längst im Besitze der Roppner Sänger ist. Beide waren schon als Knaben vorzügliche Sänger und haben zur Hebung des Roppener Kirchen – und Männerchores viel beigetragen. Obl. Alois Köll („Klausler“) war auch ein ausgezeichneter Sänger, langjähriger Chorleiter des Männerchores, des Kirchenchores und Kapellmeister von 1912 bis 1950 – ausgenommen die Kriegsjahre des ersten Weltkrieges und die russische Gefangenschaft in Sibirien bis 2. Jänner 1919.

Eine sehr musikalische Familie waren auch die „Anneler“ in Oberängern. Alois Köll (Annelers Lois) war ein erstklassiger Klarinettist und besonderer Freund der Kirchenmusik. Gleich drei seiner Buben waren bei der Musik: Benedikt, Alois und Josef. Letzterer, in jungen Jahren Schuster, daher „Schuachterler“ genannt, verdient besonders erwähnt zu werden. Begeisterte Sänger, Musikanten, Chorleiter und Kapellmeister waren aus diesem Geschlecht der „Schuachterler“ in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts die beiden Lehrer Josef (HD in Haiming) und Siegfried  (HD in Mieming).

Die bedeutendsten Ausrückungen der Musikkapelle in den Achtzigerjahren des 19.Jhdts. waren die Hochzeiten des Lehrers Johann Köll (1884), des Klockerwirtes Josef Klocker (1884) und des Josef Köll (Klausls Schneider 1885).Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Sänger bei diesen Ereignissen auch vertreten waren.

Um 1900 hat sich neben dem Kapellmeister Josef Köll („Klausler“) auch der Klarinettist und Sänger Engelbert Neurauter („Sandners Engl“)um die Musikkapelle und den Männerchor besonders angenommen. Er war Begründer und langjähriger Leiter des „Vergissmeinnichtquartetts“ in Innsbruck.Er war ein besonders geschickter Notenschreiber und hat  in dieser Eigenschaft wohl manche Stunde des Tages und halbe Nächte für die Roppener Musik und den Männerchor geopfert. Viele handgeschriebene Notenbücher in unserem Notenarchiv zeigen heute noch von seinem Fleiß. Einige Lieder hat er auch selbst komponiert oder harmonisiert. Er starb in Innsbruck im Herbst 1950. Der Roppener Männerchor sang ihm das Grablied: „Es ist vollbracht!“


Im Juni 1923 wollte die Roppener Musik zum großen Katholikentag nach Wien .Es wurde eifrig geprobt und vorbereitet, da verunglückte der 1. Flügelhornist Ludwig Auer. Somit unterblieb das geplante Unternehmen für die Musik, und es zog der Männerchor nach Wien, wo er beauftragt wurde, an der Spitze des Tiroler Pilgerzuges dem Bundekanzler Seipl, dem Kardinal Erzbischof Piffl, dem Unterrichtsminister Schneider und dem Nationalrat Schmitz je ein Ständchen zu singen. Vom Leiter des Pilgerzuges, dem berühmten Presseapostel Dominikus Dietrich, geführt, zogen die Roppener Sänger von einem der genannten Herrn zum anderen und ernteten dabei mit ihren Tiroler Liedern - ganz besonders am 2. Abend beim so genannten „Tiroler Abend“-  stürmischen Beifall.


In den 30iger, 40iger und 50iger Jahren des 20sten Jahrhunderts trafen sich begeisterte Chormitglieder immer wieder beim „Sternwirt“ Johann Raffl –selbst Mitglied des Kirchen- und Männerchores - oder im Gasthof Klocker zu einem gemütlichen Frühschoppen. Es waren dies die Sänger Obl. Alois Köll  (Chorleiter), Karl Heiß (Jak), Pepi , Norbert und Alois Santer (Schneiders),  Heinrich Köll (Schneiders), Anton Köll (kk), Anton Schuler (Manesler) sen. und jun, Adolf Köll (Klaisls), Engelbert Raggl (Kassler), Karl Auer ( Baschte), Hugo Köll (Klausls) und Seppl Raggl (Rumls)
In den 50iger und 60iger  Jahren trat der Männerchor Roppen unter der Leitung von Volksschuldirektor, Kapellmeister und Organist Hans Heiß immer wieder bei dörflichen und kirchlichen Festlichkeiten auf.

In der Vereinschronik scheinen auf:

Allerheiligen 1953:

Mitwirkung bei der Einweihung des Kriegerdenkmales

01.08.1954:

Fahrt nach Schmiden bei Stuttgart (Zeltfest)

05.12.1954:

Promotion „ sub auspiciis praesidentis“ von
Prof. Dr. Alois Klocker – Feier im Gasth.Klocker

20.11.1955:

Mütterehrung im Gasth. Klocker mit Nationalrat Kranebitter

12.08.1956:

Primiz von Rudolf Ennemoser – Mahl im Gasth.Klocker

29.08.1957:

Verabschiedung von Volksschuldirektor Rupert

21.06.1959:

Dorfsingtag der VS Roppen mit Ehrung von
Sr. Karmela Wacker zum 25 jähr.Dienstjubiläum

05.12.1959:

60.Geburtstag von Bürgermeister Josef Pohl im Gasthof Karlsruhe

26.12.1959:

60 jähriges Jubiläum der Raiffeisenkasse Roppen im Gasthof Klocker

15.10.1961:

Jungbürgerfeier und 125 jähriges Jubiläum der Musikkapelle und des Männerchores  Roppen

16.03.1963:

Bgm. Josef Pohl wird Ehrenbürger der Gemeinde Roppen – Feier im Gasth. Klocker

17.11.1963:

Jungbürgerfeier im Gasth. Klocker

13.03.1967:

Auftritt anlässlich der Dorfbildungswoche

In den 70iger Jahren waren Aufführungen des „ziemlich geschrumpften“ Männerchores eher selten und meist im privaten Kreis.

Im Jahre 1980 bemühten sich der begeisterte Sänger Karl Heiß und  Bürgermeister Richard Schuchter, dem Männerchor Roppen wieder neues Leben  „einzuhauchen“.

Wirklich gelang es, 40 sangesfrohe Männer in einem Chor zu vereinen, der sich im März 1981 um die Aufnahme in den Tiroler Sängerverband bewarb.

Erster Vereinsobmann war Bezirksschulinspektor RR. Rupert Maier. Ihm folgte als Obmann Bürgermeister RR. Richard Schuchter sen. von 1987 bis 1994 nach. Seit 21.Jänner 1994 bis 23.01.2018 stand Bernhard Benz als Obmann dem Verein vor , seit 23.01.2018 ist Ralf Santer neuer Obmann des MC Roppen. Als Chorleiter stellte sich bis Sept. 2010  VSD OSR Hans Heiß zur Verfügung seit Sept. 2010 ist Nagele Johannes Chorleiter des MC Roppen.
Als besondere Auszeichnung wertet der Männerchor Roppen seine Entsendung zum Internationalen Sängertreffen in CADINE / Trentino im Jahre 1988 und zum Chorfest der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Chorverbände (AGACH) in FÜSSEN 1993 durch den Tiroler Sängerbund (Präsident OSR Franz Wurnig).

Schöne Erlebnisse für den Männerchor Roppen waren in den letzten Jahren unter anderem:

  • die Fahrt nach Laubuseschbach bei Frankfurt am Main am 20.u.21.Mai 2000 - auf Einladung von Sangesbruder Josef Kral;
  • die CD – Aufnahme mit Chören des Bezirkes Imst im Herbst 2000;die Teilnahme an den Landessängerfesten am 16. Juni 2002 in Innsbruck  und am 22.Juni 2003 in Hall  i. Tirol;
  • die Fahrt ins Burgenland  vom 5.bis 8.Mai 2005
  • Teilnahme am 100-jährigen Bestandsjubiläum des MC Falkenstein/NÖ. vom 23.-24 Juni 2007 als Vertretung für das Bundesland Tirol
  • Teilnahme am Festumzug "Geschichte trifft Zukunft" am 20. September 2009 in Innsbruck
  • Besuch der Bundeshauptstadt Wien vom 23. - 25.10.2010 mit Messgestaltung in der Piaristenkirche "Maria Treu" im 8. Bezirk
  • 20.11.2011 - Aufführung der Cäcilienmesse "Missa Katharina" von Jacob de Haan zusammen mit der Musikkapelle Roppen, der Chorgemeinschaft Kirchenchor Roppen, den Chor "The Voices" sowie der Solosopranistin Maren Link in der Pfarrkirche Roppen
  • 29.08.2012 - Konzert der Schwarzmeer-Kosaken unter der musikalischen Gesamtleitung von Peter Orloff in der Pfarrkirche Roppen auf Einladung und Mitwirkung des MC Roppen
  • 09. - 12.05.2013 MC-Ausflug in die Südsteiermark mit Gottesdienstgestaltung in St.Stefan im Rosental (Geburtsort v. Bischof Alois Kothgasse
  • 23./24.09.2017 - MC Ausflug Chiemsee/Altötting
  • 26.10.2017 - Teilnahme am Tiroler Chortag in Innsbruck

 

Das genaue Programm über die letzten 25 Jahre ist aus der Chorchronik „Männerchor Roppen“ in den Protokollen  und Berichten zu lesen:
Diareihen, Fotos, Einladungen, Programme, Konzerte,…

OSR Hans Heiß

Ehrenchorleiter